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Sri Lanka 2016

zur Landkarte
Warum Sri Lanka? Unsere erste Idee war Myanmar zu besuchen. Aber alle Anbieter haben sehr viele Inlandsflüge und das wollten wir nicht. Einerseits ist das umwelttechnisch blöd und es kostet immer viel Zeit - noch blöder im Urlaub. Also haben wir weiter gesucht und Sri Lanka gefunden. Kleine Gruppe, kleiner Bus und ein schönes Programm. Impfungen hatten wir zum größten Teil und Malaria ist kein Problem mehr. Leider kam diese Meldung erst wenige Tage vor Abfahrt nachdem wir das Malarone schon gekauft hatten.

Die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka ist etwas kleiner als Bayern, hat aber fast doppelt so viele Einwohner. Amtssprachen sind Sinhala und Tamil - Gott sei dank sprechen viele auch Englisch. Sri Lanka blickt auf eine über 2000 Jahre alte Geschichte zurück. Im 16.Jh kamen die Portugiesen als Kolonialmacht, danach die Niederländer und dann die Briten. 1948 wurde Sri Lanka unabhängig. Vielen dürfte der 26. Dezember 2004 in Erinnerung sein. Da traf ein Tsunami, ausgelöst durch das Seebeben im Indischen Ozean, das Land.

Bild: Quatar Oryx Samstag mittag geht es los. Natürlich muss es regnen und natürlich hat die Bahn Verspätung. Einchecken, Gepäckkontrolle mit Körperscan und automatische Passkontrolle gehen ratzfatz.

Im Flieger sind es 3-3-3er Plätze. Wir fliegen pünktlich um 18:10 ab. Trotz super Boardkameras sieht man schon kurz nach dem Start nichts mehr. Schade. Dafür ist das Kartenmaterial klasse und man kann schön damit rumspielen. Es gibt sogar 15min. und 10MB freies wifi, das ich nutze um mit Muttern zu chatten.
Bild: Unser Qatar-Flieger Airbus A350-900 Bild: Blick der Bordkamera Bild: Reiseroute bis Doha
Schon bald gibt es was zu essen. Elkes spicy Chicken ist besser als mein Beef. Ich versuche etwas Schlaf zu bekommen und Elke schaut "Findet Dorie" und stört meine Schlafversuche durch ihr Lachen. Irgedwie geht die Zeit rum. Drei deutsche Pärchen müssen leider auch immer wieder lautstark auf sich aufmerksam machen. Auf der Toilette gibt es einen Kanülenabwurfbehälter. Das hatten wir auch noch nicht.

Der Pilot informiert uns dass es jetzt 23:15 deutscher Zeit und 24:15 in Doha ist - bei 26°C. Und schon gehts abwärts. Die Route ging über Landshut, Budapest, Ankara, um Syrien in grossem Bogen, über Irak und Iran und dann schnurstracks nach Doha/Qatar. Es bleibt uns keine Zeit uns die Füße zu vertreten. Mehr oder weniger direkt geht es weiter. Fast hätten wir das Boarding verpasst, weil wir mit dem Rücken zum Ausgang sitzen. Kaum eingestiegen gibt es natürlich erstmal was zu essen. Diesmal Chicken Masalla. Lecker. Und danach schlafen wir doch tatsächlich etwas. Touchdown ist 09:30 Ortszeit. Nun +2,5 Stunden Zeitverschiebung - also +3,5 zu Deutschland. Es sind 27°C! Wie gut, daß wir die Flipflops aussen am Koffer angebracht haben.

Wir landen pünktlich, füllen ein Formular aus und haben schwups unsere Visa im Pass. Ui - das ging ja einfach. Richtung Ausgang kommen wir an mehreren Geschäften mit Waschmachinen, Kühlschränken und anderen Haushaltsgeräten vorbei. Offensichtlich ein beliebtes "Mitbringsel". Noch schnell das erste Stehklo bewältigt, die Koffer vom Band und raus in die feuchte Schwüle. Sumi, unser Guide, erwartet uns schon. Er wird uns die nächsten 14 Tage alles zeigen. Aber zuerst kommt noch die Hürde Geldautomat. Der dritte von dreien spuckt dann auch tatsächlich was aus. 50000 Rupien - etwa 300€.
Bild: Im Landeanflug Bild: Richtung Ausgang gibt es erstmal Kühlschränke und Waschmachinen zu kaufen - was sonst! Bild: Da ist ja alles Mögliche verboten auf der Autobahn :-)
Wir sind zu zehnt und wir wahrscheinlich die Jüngsten. Wir haben noch einen Fahrer und einen Hilfsfahrer (Janaka), der immer schaut ob wir genügend Wasser haben, der seine Schäfchen abzählt, Regenschirme bringt wenns nötig ist, Gepäck verstaut und vieles mehr. Zuerst fahren wir zu einer Weberei die 20 Minuten vom Flugplatz weg ist. Das ist ja immer so eine Sache mit solchen Besuchen. Aber wir werden sehr angenehm überrascht. Ein älterer, sehr magerer Herr sitzt am Webstuhl und zeigt uns wie das Weben geht. Wir können Fragen stellen und Sumi übersetzt sie für uns. So ein Guide hat seine Vorteile. Danach gehen wir ins Haus und es gibt Süßigkeiten und sehr süßen Tee. Das Haus ist sehr einfach, ohne fließendes Wasser. Im Garten wachsen Kaffee, Pfeffer, Litschis und Cashewnüße. Zum ersten mal sehen wir auch einen Jackfruchtbaum dessen Früchte bis zu 30Kg schwer werden können.
Ein älterer, sehr magerer Herr saß am Webstuhl
Nahaufnahme des Webstuhls
Garn und Schiffchen
VDE0800 konform :-)
Die Tochter ist noch ein wenig scheu
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Danach fahren wir noch etwa 1 Stunde auf der A3 Richtung Norden. Klingt nach Autobahn. Ist aber eine normale Landstrasse die locker 4- oder mehrspurig befahren wird. Meist sind es wunderschöne, auf hochglanz polierte, rote TukTuks. Die Fahrer sind trotz Untermotorisierung (12PS) sehr stolz auf ihr Gefährt. Dazu gesellen sich laut hupende und immer drängelnde Linienbusse und ein paar Laster. Die ganze Strasse ist ein einziges Dorf. Nie ist die Häuserfront unterbrochen. Man kommt aus dem Schauen und Staunen gar nicht raus. Nachdem wir vom Veranstalter eine Aluflasche und permanenten Wassernachschub bekommen sollen fährt der Fahrer irgendwann kurzerhand eine ganze Strecke rückwärts, weil er einen Laden gesehen hat, der wahrscheinlich das einzig gute Wasser hier vertreibt. Das zum Thema A3 :-).

Der regional wichtige Hindu-Tempel Sri Munneswaram Devasthanam (Wikipedia) ist nicht weit von Chilaw, wo auch unser erstes Hotel liegt, entfernt. Sumi erklärt uns vieles zu den sehr vielen Heiligen des Hinduismus, zu Ritualen und Festen. Oha, ganz schön viel Input. Der Tempel ist irritierend, aber toll und wird rege genutzt. Die Bevölkerung ist hier sehr gläubig.
Sri Munneswaram Devasthanam Zu einem Tempel gehört auch ein Bodhi-Baum Ein extra Kokosnussspaltplatz Der Empfang ist etwas seltsam Das Weitwinkel verzieht anständig, aber man kriegt was drauf Sehr bunte Heiligenbilder gibt es hier Blutrünstige Geschichten Überall überladene Bilder Eine Göttin deren Namen ich vergessen habe Dekorative Räucherstäbchen
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Danach geht es endlich ins Hotel Anantaya Resort. Und was für eins. Zur Begrüßung gibt es ein kühles, feuchtes Tuch und Holzapfel- oder Limetten-Minze-Saft. Dazu bekommt jeder eine Lotusblüte. Das Meer liegt nur 50m vor uns und es weht eine leichte Brise durch die offene Empfangshalle. Erfrischt werden wir zu den Zimmern gebracht. Man kann sich sogar mit dem Caddy fahren lassen. Das Zimmer ist ein riesiger Raum der durch einen geschnitzten Holzparavent aufgeteilt ist. Ein Teil Wohnzimmer der andere Schlafzimmer. Aber der Hit ist das Bad mit einer 2m x 3m großen Riesenwanne und einer separaten Regendusche. Natürlich mit Blick aufs Meer! Ins Meer dürfen wir leider nicht, weil es zu stürmisch ist, also ab in den Pool. Eine Wohltat. Danach inspizieren wir die Anlage, am Strand rumlaufen und einem Fischer über die Schulter gucken wie er das Netz repariert. Die Jugend spielt derweil Fussball oder Cricket. Ist ja Sonntag!.

Um 17:30 treffen wir uns zum Sundowner und kennenlernen. Chamäleon spendiert einen Drink, aber leider fällt der Sonnenuntergang flach. Später beim Abendessen - ich bin kein Freund von Buffets - sind wir echt überwältigt. Diverse Suppen, alles an Rohkost und Blattsalaten was man sich vorstellen kann, dazu mindestens 12 verschiedene Soßen. Aber dann kommts. Krabbencurry mit halben Krabben drin, gegrillten Thunfisch und frittierte Sardinen. An Fleisch: Huhn, Rind, Lamm und Schwein. Ausserdem verschiedene Reissorten, es gibt hier glaub ich vier, und diese noch in verschiedenen Zubereitungsarten. Zusätzlich kann frau sich noch am Nachtischbuffett sattfuttern. Einfach super. Auch weil man andere Reisende am Tresen trifft und schön quatschen kann. Sumi reicht jedem von uns noch ein Geschenk. Einen Schal aus der Weberei die wir heute besucht haben. Das ist aber nett. Zurück im Zimmer liegt eine Gute-Nacht-Geschichte auf dem Kopfkissen. Todmüde fallen wir ins Bett.

Ein netter Empfang
Endlich ins Wasser
Das Meer vor der Tür
Das Schlafzimmer
Sonnenuntergang fällt aus
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Bild: 360°-Panorama vom Badezimmer
360°-Panorama vom Badezimmer
Bild: Cricket - notfalls mit einem Stück Holz als Schläger Bild: Fußball geht immer Bild: Fischer beim Flicken seines Netzes


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