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03.03.2020

Zurück nach Phnom Penh

Unser letztes Abendessen wird von einer Flasche Rotwein gekrönt. Der Jungmanager präsentiert sie voller Stolz und fragt ob er sie kühlen soll? Elke hatte vorher nach gekühltem Weisswein gefragt - gabs aber nicht. Wieder einmal ärgert uns die Sprachbarriere. Mit ihm hätten wir uns gerne mehr unterhalten und er war schon derjenige mit dem größten Wortschatz.
Nachts ist es wunderbar ruhig. Keine laute Musik oder Karaoke, keine knatternden Boote mehr. Himmlich.
Nach dem Frühstück, wir sind immer noch die einzigen Gäste, bezahlen wir die Rechnung in bar und sind verdutzt, weil selbst hier wäre Kartenzahlung möglich. Schwaches, bis gar kein Internet, aber Kartenzahlung. Offensichtlich braucht es dazu nur ganz wenig Traffic.
Wir steigen ins Boot und 3 Mitarbeiter begleiten uns, leider nicht derjenige mit den Englischkenntnissen. Oha. 10 schnelle Minuten später sind wir wieder an der "Übergabebrücke". Leider ist kein Taxi zu sehen. Die 3 fangen wild an zu telefonieren. "Please wait!" Irgendwann, nach einem weiteren Telefonat, heißt es noch 8 Minuten warten. Wir suchen schon mal den Schatten auf, die Sonne brennt auch morgens früh schon ganz gut. Irgendwann kommt eine Frau aus einem Geschäft und stellt uns 2 Plastikstühle hin. Offensichtlich weiss sie mehr als die Jungs :-). Nach einer Stunde ist der Fahrer da. Einer der Jungs zeigt ihm die Visitenkarte, die ich aus welchen Gründen auch immer, aus dem Hotel in Phnom Penh mitgenommen habe. Der Fahrer wirkt sehr verdutzt. Ich werde gefragt ob wir das Hotel kennen. Jaa!? Und schon geht es los. Kurz drauf hält der Fahrer bei einem der "Restaurants" am Strassenrand um zu Frühstücken oder Mittag zu essen. Dann geht es wirklich los und bis zur Abzweigung nach Phnom Penh, an der wir LPG tanken, ohne Unterbrechnung. Der Fahrer wirkt etwas müde, aber auf Nachfrage sagt er das alles OK sei. Insgesamt sind es "nur" 260km.
Wir brauchen 4 Stunden bis zum Stadtrand von Phnom Penh, also gar nicht schlecht. Der Fahrer spricht leider kein Englisch! Irgendwann merken wir dass er nicht weiss wo es lang gehen soll. Ich wechsele auf den Beifahrersitz, schalte Lola ein und weise ihm den Weg. Es dauert tatsächlich 1,5 Stunden für die letzten 20km durch die Stadt. Eigenlich stehen wir nur und es ist noch nicht einmal Rushhour! Ohne Lola würden wir wahrscheinlich immer noch irgendwo im Orbit kreisen. Der arme Kerl muss jetzt noch die ganze Strecke zurück.
An der Rezeption des Hotels werden wir als alte Bekannte erkannt, müssen unsere Ausweise zum Kopieren aber wieder vorlegen. Manches muss ich nicht verstehen und hinterfragen. Wir haben ein Zimmer hinten raus, duschen und ziehen gleich wieder los. Stunden im Auto und keinerlei Bewegung.....! Am "Russischen Markt" gehen wir ins Café unseres Vertrauens und gönnen uns einen Espresso und 2 O-Saft. Mit jenen bewaffnet laufen wir um den Markt. Mittlerweile können wir recht gelassen die Auslagen der Fisch- und Fleischhändler ansehen, mit dem Riechen ist das so eine Sache.
Gegen 6 laufen wir die Treppen runter. Im 3.Stock geht eine Tür auf und wir werden auf französisch gefrag wie spät es sei. Kurz vor 6 sagen wir. "Le Matin?" Die Dame muss erst angekommen und etwas durch den Wind sein :-). Weiter geht es in das Restaurant vom ersten Tag, da sitzt man so schön. Wir bestellen Rinderhack um Zitronengrashalme mit sauer eingelegtem Gemüse, Zitronengras-Ingwer-Schwein und Hühnerbrust. Lecker. Danach laufen wir noch ein wenig durch die Gassen und nehmen einen Absacker "Chez Linda". Der Besitzer spricht uns auf französisch an und wir antworten ganz selbstverständlich in französisch. Wir bestellen 2 Wein, aus Frankreich, und beginnen eine Konversation auf französisch und englisch - bunt gemischt. Er hat Verwandte in Lyon und fragt uns natürlich was wir hier gemacht haben und wie es uns gefallen hat. Wieder sind wir die einzigen Gäste - da hat er Zeit für einen Schwatz!